"Die Welt der Wildkräuter ist wunderbar."

Wildpflanze des Monats

Schlehe

Schlehenfrüchte

Schlehe

(Prunus spinosa)

Die wilde und stachelige Schlehe schützt Hof und Stall vor Blitz, Feuer und Krankheiten und sie erfüllt Wünsche, so haben die Menschen von früher über die Schlehe gesprochen.

Als Wetterorakel haben sich die Menschen schon früher an der Schlehe orientiert. So hieß es: „Erst wenn der Schwarzdorn blüht, der Winter vom Land ganz auszieht.“

Die Schlehe hat viele Volksnamen, so kennt man Bockbeerli, Dornschal, Dornstrauch, Eichendorn, Heckendorn, Sauerpflaume, Schlaia, Schlehdorn, Schwarzdorn und viele mehr.

Die Schlehe liebt sonnige Waldränder und ist in Gebüschen und an Felshängen beheimatet.

Der deutsche Name Schlehe (althochdeutsch sleha) ist eine germanische Bezeichnung und bezeichnet vermutlich mit dem altslavischen sliva,“Zwetschge“ und dem lateinischen lividus,“bläulich“.

Die Schlehe wäre danach die „blaue Zwetschge“ und gilt als Vorfahre unserer heutigen Zwetschge.
Schlehenblüten
Botanisch gesehen stammt die Schlehe aus der Familie der Rosengewächse und ist ein Steinobstgewächs. Der dornenreiche Strauch oder oft mehrstämmiger Baum kann bis zu 40 Jahre alt werden und eine Wuchshöhe von ca. 3 bis 5 Metern erreichen.

Die meist rissige Rinde des stark verzweigten dornigen Strauches ist braun bis schwarz. Die ovalen kleinen Blätter sind nur drei bis vier Zentimeter lang, mattgrün mit feingesägtem Rand. Die kleinen weißen, dicht stehenden Blüten, werden bis zu 4cm groß und zieren den Stauch in seiner schönsten Pracht schon von März bis April, bevor die Blätter austreiben. Ihr zarter Duft ist bittermandelartig. Aus ihnen reifen von September bis Oktober die herb-säuerlichen, blauen Steinfrüchte mit kleinem Kern.

Jetzt wo die ersten Frostnächte kommen, werden aus den kostbaren blauen Schlehenfrüchten kleine Leckerbissen. Der Frost bewirkt, dass in der Frucht die Zellwände aufreißen und Zellsaft austreten kann. Die zusammenziehenden Gerbstoffe werden milder und der Zuckeranteil wird deutlicher.

Inhaltsstoffe und Heilwirkung der Schlehe

Die Schlehe ist sowohl in Blüte als auch in der Frucht eine wirkliche Bereicherung in der Volksheilkunde.

In der Blüte stecken vor allem Flavonoide, Spuren von ätherischem Öl, Gerbstoffe und ein wenig Blausäureglykoside. Die Blüten der Schlehen wirken beruhigend leicht abführend, harn- und schweißtreibend und auswurffördernd bei Husten. In der Volksheilkunde wird Schlehe als Tonikum bei Altersherz und allgemein zur Herz-und Kreislaufkräftigung empfohlen.

Als Tee aus der Schlehenblüte wirkt sie als mildes Abführmittel bei Verstopfung und beruhigt den Magen. Ebenfalls wird die Anwendung bei Gischt und rheumatischen Symptomen in der Volksheilkunde empfohlen.

Die Früchte setzen sich aus Gerbsäuren, Fruchtsäuren, Bitterstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen zusammen. Erwähnenswert sind hier vor allem der Gehalt an Vitamin C und verschiedenen B-Vitaminen. Vom Verzehr der rohen Früchte wird jedoch abgeraten, da der hohe Gerbstoffanteil zu Übelkeit und Erbrechen führen kann.

Wie der Holundersaft ist der Schlehensaft ein immunstärkendes Heilmittel bei Erkältung. Mund-, Hals- und Zahnfleischentzündungen können ebenfalls gelindert werden.
Schlehe, Prunus spinosa)

Verwechslungsmöglichkeiten der Schlehe

Während der Blüte ist die Schlehe durchaus mit Weißdorn verwechselbar, jedoch ist der Zeitpunkt der Blüte erst viel später und zwar dann, wenn bei den anderen Ostsorten die Blüte beginnt. Die Schlehe ist die erste Strauchfrucht, welche im Frühjahr ihre zarten Blüten zeigt.

Die Frucht der Schlehe ist mit anderen Wildobstarten nicht zu verwechseln, außer es handelt sich um eine verwilderte Hauspflaume und die kann auch roh verzehrt werden. Sollten Sie sich dennoch unsicher sein, sammeln Sie nur jene Früchte die Sie wirklich kennen.

Informieren Sie sich erst, ob Sie richtig liegen oder besuchen bessern noch einen Wildpflanzenkurs.

Verwendung und Aufbewahrung der Schlehe

Das gesunde Wildobst lässt sich zu vielerlei Köstlichkeiten verarbeiten.

Die sauren und herben Früchte entfalten aber erst nach den ersten Frosttagen ihr süßes Aroma und können hervorragend mit Apfel oder Quitte zu Marmeladen oder Gelee verarbeiten. Essig, Liköre oder Weine runden die kulinarischen Verarbeitungsvarianten ab.

Ein wohltuendes Wintergetränk kann aus Holunderbeeren und Schlehen bereitet werden.

Die Kerne sollten nicht mit verarbeitet werden, da sie Blausäure enthalten.
Schlehe
Eine weitere Möglichkeit ist es aus dem Fruchtmark der Schlehenfrüchte eine feine Schlehen-Joghurt Praline zu machen. Auf meiner Seite Rezept des Monats habe ich ein Rezept zusammengestellt.

Schlehen lassen sich einfrieren, Trocknen und als Püree hervorragend konservieren.
Die meisten Vitamine, Inhaltsstoffe und Heilwirkungen gehen aber nach längerer Lagerung verloren.

Also frisch gepflückt, frisch verarbeitet und frisch verzehrt.