"Die Welt der Wildkräuter ist wunderbar."

Wildpflanze des Monats

Vogelmiere

Vogelmiere

Vogelmiere, Hühnerdarm

(Stellaria media)

Die Vogelmiere oder auch Hühnerdarm, aus der Familie der Nelkengewächse, ist ein Kosmopolit unter den Pflanzen, denn er ist so ziemlich überall auf der Erde anzutreffen.

Die krautige ein bis zweijährige Pflanze ist unglaublich anpassungsfähig und kann mit so ziemlich allen Bodenverhältnissen klarkommen. Das oft als Unkraut bezeichnete zarte Pflänzlein hat es in sich, denn es hat sowohl kulinarisch als auch zu Heilzwecken einiges zu bieten. Vogelmiere wirkt verdauungsfördernd, entgiftend, entzündungshemmend, schleimlösend und kann besonders gut für eine Frühjahrskur oder zum Entschlacken eingesetzt werden.

Die Vogelmiere hat viele Volksnamen, so kennt man sie auch als Sternenkraut, Vogel-Sternmiere, Hühnerabbiss, Vögelichrut Hühnerdarm, Kanarienvögelkraut, Mäusedarm und viele mehr.

Vogelmiere im Garten ausrotten zu wollen, erweist sich als schier unmöglich, denn eine Pflanze bringt jährlich 5 Generationen mit insgesamt 10 bis 20 000 Samen hervor und der Samen selbst kann bis zu 60 Jahre warten und keimfähig bleiben.
Vogelmiere, Stellaria media
Die Vogelmiere ist eine sehr anspruchslose Ruderalpflanze und wächst besonders an Wegrändern, Schuttplätzen auf Ackerflächen und in Gärten.

Bei der Vogelmiere ist das ganze Jahr über Erntezeit und wenn die Fröste etwas nachlassen, kann man schon zu Beginn des Jahres im Januar oder Februar dem Körper mit dieser vitaminreichen und mineralhaltige Wildpflanze Gutes tun. Aber schnell muss man schon sein, denn auch Vögeln ist die Vogelmiere, besonders in der kalten Jahreszeit, eine wertvolle Nahrungsquelle.

Die zarte bis zu 20cm hohe krautige ein-bis zweijährige Vogelmiere wächst flach bis aufsteigend. Die Stängel sind meist einreihig behaart und die Laubblätter sind kurz, eiförmig und zugespitzt. Die weißen kleinen Blüten werden nur wenige Millimeter groß
Stellaria media, Vogelmiere

Inhaltsstoffe und Heilwirkung der Vogelmiere

Die Vogelmiere ist reich an Mineralien und enthält doppelt so viel Calcium, dreimal so viel Kalium und Magnesium und jede Menge Eisen wie Kopfsalat. Auch der Gehalt an Vitamin A und C ist bis zu 8mal höher als der des Kopfsalat. Außerdem enthält die Vogelmiere Vitamine B1,B2 und B3 ,das Spurenelement Selen, sowie Schleimstoffe, Saponine, Flavonoide, Kieselsäure und Gamma - Linolensäure.

Schon Sebastian Kneipp, der als Begründer der modernen Naturheilverfahren gilt, hat die Vogelmiere zur Heilung und Genesung eingesetzt.

In der Volksheilkunde kann Vogelmiere bei Husten, Lungenleiden und Rheumabeschwerden Linderung verschaffen. Aber auch bei Krämpfen, Rheuma, Leberbeschwerden, Blasenkrankheiten und Hautproblemen und -verletzungen kommt sie zum Einsatz.

Verwechslungsmöglichkeiten der Vogelmiere

Eines der charakteristischsten Erkennungsmerkmale, neben dem Aussehen, ist die sogenannte einreihige Haarlinie am Stängel. Sie unterstützt die Pflanze bei der Wasserversorgung. Tautropfen laufen entlang dieser Linie zum nächstgelegenen Blattpaar, wo bei Bedarf etwas Wasser aufgenommen wird. Das Restwasser wird über die Haarlinie nach unten weitergeleitet.

Die Vogelmiere ist gegebenenfalls mit dem schwach giftigen Ackergauchheil und mit der Konrade verwechselbar, allerdings sind ihre Blütenfarben rötlich und nicht weiß.

Sollten Sie sich dennoch unsicher sein, sammeln Sie nur die Früchte, die Sie wirklich kennen. Informieren Sie sich erst, ob Sie richtig liegen oder besuchen bessern noch einen Wildpflanzenkurs.

Verwendung und Aufbewahrung der Vogelmiere

Wegen ihrer hochwertigen Inhaltsstoffe lässt sich die Vogelmiere zu Pesto, in Suppen, im Salat, in Kräuterquark oder zu Kräuterbutter verarbeiten.

Da die Vogelmiere auf den Körper basisch und entschlackend wirkt, ist sie besonders gut für ein entgiftendes Smoothie geeignet.

Auf meiner Seite „
Rezept des Monats“ habe ich ein Rezept zusammengestellt.

Vogelmiere lässt sich einfrieren und zu Pesto verarbeitet hervorragend konservieren. Die meisten Vitamine, Inhaltsstoffe und Heilwirkungen gehen aber nach längerer Lagerung verloren. Also frisch gepflückt, frisch verarbeitet und frisch verzehrt.