"Die Welt der Wildkräuter ist wunderbar."

Wildpflanze des Monats Juli

Wiesen-Bärenklau

Wiesenbärenklau Blüte

Wiesen-Bärenklau

(Heracleum sphondyleum L.)

Eine der prachtvollsten Wildpflanze und noch dazu in allen Teilen ein gehaltvolles Wildgemüse, ist der Wiesen-Bärenklau und in der Wildkräuterküche ein Muss.

Er gehört zur Familie der Doldengewächse und ist durch seine imposante Erscheinung auch auf der Kräuterwiese ein echter Hingucker. Er wächst überall auf Wiesen, die nährstoffreich sind, an Weg-, Wald- und Heckenrändern, an sonnigen Stellen und ist gern in Gesellschaften von Wiesen-Pappau, Margeriten, Glockenblumen und anderen Wiesenblumen auf nicht gedüngten Wiesen.

Typische Kennzeichen sind seine kantig rauen Stängel die gelegentlich rote Stipp-Flecken haben.
Die Blätter sind rau und behaart, sind grob und lappig geteilt und erinnern an Bärentatzen.

Die Staude wird ca. 150cm-180cm hoch und entwickelt wunderschöne sternförmige Doldenblüten, welche aus bauchförmigen Beuteln am Grunde der Stängelblätter wachsen.

Die weißen Blütenteller riechen etwas unangenehm nach Kuhstall und zeigen im Juni/Juli ihre volle Pracht.
Wiesenbärenklau Blätter

Inhaltsstoffe und Heilwirkung des Wiesen-Bärenklau

Die Inhaltsstoffe des Wiesen-Bärenklau sind unter anderen Eiweiß, Zucker, Vitamin C, Provitamin A, Mineralstoffe, verschiedene Fettsäuren, Bitterstoffe, Eisen, Kalium, Ätherisches Öl mit Furocumarinen. Im Vergleich zu unserem Kopfsalat enthält der Wiesen-Bärenklau mehr als sechsmal soviel Magnesium, achtmal so viel Calcium und etwa 20-mal mehr Vitamin C.

In der Volksheilkunde kommt der Wiesen-Bärenklau bei Verdauungsbeschwerden aber auch bei Husten und Bronchitis zum Einsatz. Zur Senkung des Blutdrucks aber auch bei Störungen des zentralen Nervensystems, bei Multipler Sklerose und Entzündungen im Rachenraum, verwendet die Naturheilkunde die Inhaltsstoffe.
Wiesenbärenklau Blütenstände

Verwechslungsmöglichkeiten des Wiesen-Bärenklau

Der Wiesen-Bärenklau hat zwar eindeutige Erkennungsmerkmale kann gut unterschieden werden, aber Achtung, hier gibt es ein, wenn auch sehr viel größeres Exemplar, den giftigen Doppelgänger Riesen-Bärenklau. Er ist ein Neophyt und kommt ursprünglich aus dem Kaukasus. Seine Pflanzenteile, ob Blatt, Stiel oder Wurzel sind in hohen Maße mit fototoxischen Inhaltsstoffen ausgestattet, welche unseren natürlichen UV-Hautschutz der Haut aufheben und damit bei Sonnenlicht zu Hautverbrennungen führen kann. Hier können schon die kleinsten Berührungen zu extremen Hautausschlägen und Blasenbildungen führen.Auch beim Wiesen-Bärenklau sind diese Inhaltsstoffe vorhanden, jedoch in weit geringerem Masse. Dennoch ist auch hier Vorsicht bei starker Sonneneinstrahlung geboten. Bei Berührungen mit empfindlicher Haut kann ebenfalls zu Hautverbrennungen und allergischen Reaktionen führen.

Geschälte und gekochte Pflanzenteile verlieren die fototoxischen Inhaltsstoffe und es lassen sich aus der Wildpflanze vielfältige köstliche Gerichte zaubern.

Kleiner Tipp:
Die Ernte kann bei empfindlicher Haut mit Handschuhen erfolgen, so können Berührungen mit der Pflanze vermieden werden und wenn die Pflanzenstiele und Stängel verarbeitet werden, empfiehlt sich ein Stahlschwamm zum abrubbeln der Haare und Fasern.

Weitere Wildpflanzen sind ebenfalls mit Wiesen-Bärenklau verwechselbar, so z.B. Engelwurz,Wilde Möhre oder Wiesenkerbel, welche allerdings alle essbar sind.

Sollten Sie sich unsicher sein, sammeln Sie nur jene Pflanzen die Sie wirklich kennen, informieren Sie sich erst, ob Sie richtig liegen oder besuchen bessern noch einen Kräuterkurs.

Verwendung und Aufbewahrung des Wiesen-Bärenklau

Die Blätter und Blattstängel können von Mai bis September geerntet werden und vor allem die jungen Blätter des Wiesen-Bärenklau haben ein besonders feines mildes Aroma, was an Möhren, Sellerie und Gurken erinnert. Aus ihnen lassen sich, Aufläufe, Gemüsechips, Gemüsestrudel, Bratgemüse, Lasagne, Hackkräutermischungen, Salate, Gemüsesuppen u.v.m. zubereiten.

Die ausgereiften, aber auch schon die grünen unreifen Früchte können im August bis Oktober als Gewürz in vielerlei Rezepturen zum Einsatz kommen. Sie schmecken herzhaft Kardamom ähnlich.

Auf Grund des Zuckergehaltes der Pflanze eignet sie sich auch als Süßspeise. So können aus ihr Pudding oder Sorbet gemacht werden. Schokolade ist ebenfalls ein angenehmer Begleiter und kandierte Wiesen-Bärenklaustängel schmecken exzellent.

Da Wiesen-Bärenklau auch als Würzpflanze geeignet ist, habe ich ein Rezept für ein Wildkräuter Salz mit Wiesen-Bärenklau auf meiner Seite
Rezept des Monats zusammengestellt.

Die Konservierung und Lagerung von Wiesen-Bärenklau kann über Trocknung und Einfrieren erfolgen, aber auch ein Pesto lässt sich wunderbar daraus bereiten. Frisch ist die Pflanze nur einen Tag haltbar.

Also frisch gepflückt, frisch verarbeitet und frisch verzehrt.